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Leseprobe zu Band 2: Das Spiel

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Kapitel 2: Der Sog der Tiefe

Am Anfang waren die Himmel nichts als Dunkel, aber Zo kam und vertrieb das Dunkel. Zurück blieb nur Sva, die Tochter des Dunkels. Zo fand sie hübsch, und gemeinsam machten sie sich daran, zum Guten über alles zu herrschen.
(Der Anbeginn der Dinge,
Buch des Trigon)

Trotz des rauschenden Regens, der auf die bemoosten Steine platschte und von den Bäumen troff, die sich über sie beugten wie tadelnde alte Männer, machte der Junge keinen Versuch, sich zu bedecken. Tropfen schlugen ihm gegen die Stirn und rannen ihm übers Gesicht, aber er verzog keine Miene. Bei seinem Anblick fühlte sich Ferras Vansen einsamer denn je.

Was tue ich hier ? Man sollte doch meinen, keine Macht der Götter oder der Erde hätte mich je wieder in diese verrückte Gegend bringen können.

Doch die verheerende Mischung aus Scham und Begehren war offensichtlich stärker gewesen als jeder Gott, denn jetzt war er wieder jenseits der Schattengrenze, in einem weglosen Wald aus sichelblättrigen Bäumen und Schlingpflanzen voller triefender, schwarzer Blüten, getrieben von der Angst, dass er, wenn er den Jungen verlor, noch mehr Leid über die Eddons bringen würde - vor allem aber über Barricks Schwester, Prinzessin Briony.

Über ihnen zuckte das fahle Glimmen verborgener Blitze, Donner grollte, und es schüttete immer heftiger. Vansen hatte genug: Auch wenn es einen weiteren Kampf mit dem erstarrten Prinzen bedeutete - heute konnten sie nicht mehr weiterreiten. Wenn sie nicht vom Blitz erschlagen würden oder sich ein tödliches Fieber holten, würden ihre Pferde blind in einen Abgrund stolpern, und sie würden auf diese Weise umkommen. Selbst Barricks seltsames, dunkles Elbenpferd mit den milchigen Augen zeigte Anzeichen von Ermattung, und Vansens eigenes Tier war kurz davor, gänzlich den Dienst zu verweigern. Kein vernünftiger Mensch würde bei solchem Wetter durch unbekanntes Gelände reiten.

Aber natürlich war Barrick Eddon im Augenblick alles andere als vernünftig: Der Prinz machte keine Anstalten, sein Reittempo auch nur zu verlangsamen, und war schon fast außer Sicht.

»Hoheit !«, rief Vansen über das Rauschen des Regens hinweg. »Wenn wir weiterreiten, bringen wir die Pferde um, und ohne sie überleben auch wir nicht.« Zeit war jenseits der Schattengrenze eine trügerische Angelegenheit, aber sie mussten schon mindestens einen Tag durch dieses endlose Zwielicht geritten sein. Nach einer schrecklichen Schlacht und einer schlaflosen Nacht in den Felsen am Rand des Schlachtfelds war Vansen jetzt schon so erschöpft, dass er Angst hatte, das Gleichgewicht zu verlieren und aus dem Sattel zu kippen. Wie konnte der Prinz weniger müde sein ?

»Bitte, Hoheit ! Ich weiß nicht, wo Ihr hinwollt, aber bei diesem Wetter werden wir niemals heil dorthin gelangen. Lasst uns einen Unterstand errichten und rasten, bis das Gewitter vorbei ist.«

Zu seinem Erstaunen zügelte Barrick plötzlich sein Pferd und wartete im prasselnden Regen. Der Jüngling sträubte sich nicht einmal, als Vansen heranritt und ihn mehr vom Pferd zog, als dass er ihm herunterhalf. Dann saß er still auf einem Stein wie ein folgsames Kind, während der Gardehauptmann sich fluchend und schimpfend bemühte, aus nassen Zweigen eine Art Wetterschutz zu konstruieren. Es war, als wäre der Prinz gar nicht richtig anwesend, als vergrübe er sich irgendwo tief in seinem Körper wie ein kranker Mann in einem riesigen Haus. Barrick Eddon sah nicht einmal auf, als Vansen versehentlich seine Wange mit einem kratzigen Kiefernast streifte, und auch auf die Entschuldigung des Gardehauptmanns reagierte er nur mit einem trägen Blinzeln.

In seiner Zeit auf der Burg hatte Vansen oft gedacht, dass die hohen Herrschaften in einer anderen Welt lebten als er und seinesgleichen, aber noch nie hatte er das so deutlich empfunden wie jetzt.

Was bist du für ein hirnloser Tropf ? Vansens winziges Feuer, das der überhängende Fels nur unzulänglich schützte, kämpfte zischend gegen die waagrecht einfallenden Regenböen an. Ein Tier - er betete, dass es ein Tier war - schrie in der Ferne, ein abgehacktes Kreischen, das Vansen die Haare zu Berge stehen ließ. Trigon bewahre uns, willst du wirklich dein Leben für einen Jungen hingeben, der kaum weiß, dass du da bist ?

Aber er tat es in Wirklichkeit nicht für Barrick. Er hatte nichts gegen den Jungen, aber es war dessen Schwester, die er fürchtete, deren Schmerz, wenn ihrem Zwillingsbruder etwas zustieße, auch ihm das Herz unheilbar brechen würde. Er hatte ihr geschworen, Barrick wie ein Mitglied seiner eigenen Familie zu behandeln - ein Eid, der in vielfacher Hinsicht unglaublich töricht war.

Er sah zu, wie der Prinz eins ihrer letzten Dörrfleischstücke aß und so gleichförmig vor sich hinkaute wie eine Kuh. Barrick war nicht einfach nur zerstreut, er schien auf eine Art und Weise abwesend, die Vansen seltsam vorkam. Der Junge konnte zumindest manchmal hören, was Vansen sagte, sonst hätte er hier nicht angehalten, und ab und zu sah er seinen Gefährten an, als nähme er ihn wirklich wahr. Ein paarmal hatte er sogar etwas von sich gegeben, wenn auch so gut wie nichts, was Vansen verstanden hätte, sondern vor allem das, was der Gardehauptmann inzwischen bei sich Elbengebrabbel nannte, das gleiche krause Zeug, das auch aus Collum Saddler herausgekommen war, nachdem ihm die Schattenlande den Verstand geraubt hatten. Es war, dachte Vansen, als ob er zusähe, wie Barrick Eddon starb - auf die langsamste und friedlichste Art, die man sich nur vorstellen konnte.

Schaudernd dachte Vansen an etwas, das ihm einer seiner südmärkischen Garden erzählt hatte - Geral Kelty, der bei Vansens letzter Expedition in diese schrecklichen Lande verschwunden war, zusammen mit dem Kaufmann Raemon Beck und den anderen. Kelty war als Fischersohn in Landsend aufgewachsen, und als er noch ein Junge war, waren er, sein Vater und sein jüngerer Bruder dort, wo die Bucht ins offene Meer überging, plötzlich in einen heftigen Sturm geraten. Ihr Boot war umgeschlagen, von einer Welle begraben worden und so schnell gesunken, dass es den Vater mitgerissen hatte. Kelty und sein jüngerer Bruder hatten sich aneinander festgehalten und waren lange Zeit landwärts geschwommen, im Kampf mit dem Wind und den hohen Wellen.

Doch dann, als der Strand von Munserkap schon ganz nah gewesen sei, hatte Kelty Vansen erzählt, habe sein Bruder ihn plötzlich losgelassen und sei im Wasser versunken.

»Erschöpfung vielleicht«, hatte Kelty kopfschüttelnd erklärt, und in seinen Augen hatte noch immer Verstörung gestanden. »Krämpfe. Aber er hat mich einfach nur angeschaut, ganz friedlich, und ist unter die Wasseroberfläche geglitten, als würde er unter seine Schlafdecke schlüpfen. Ich glaube, er hat sogar gelächelt.« Auch Kelty hatte gelächelt, als er das sagte, so als wollte er die Tränen in seinen Augen überspielen. Vansen hatte ihn kaum ansehen können. Sie hatten beide gebechert - wieder mal ein Soldtag, den sie im Dachsenstiefel oder einer der anderen Spelunken am Marktplatz verbrachten -, und es war die nächtliche Stunde gewesen, da seltsame Dinge erzählt wurden, Dinge, die manchmal schwer zu vergessen waren, auch wenn sich die meisten Männer alle Mühe gaben.

Zusammengeduckt unter dem Regen, der durch ihr armseliges Schutzdach aus ineinandergeflochtenen Zweigen drang und ihm hinten in den Mantel rann, fragte sich Ferras Vansen, ob Kelty in den Augen seines jüngeren Bruders das gesehen hatte, was er jetzt in Prinz Barricks Augen sah, dieselbe unerklärliche Entrücktheit. Würde Brionys Bruder auch sterben ? Würde er sich einfach ergeben und in den Schattenlanden ertrinken ?

Und wenn ja ? Was wird dann aus mir ? Er hatte schon beim ersten Mal nur mit Müh und Not aus den Schattenlanden herausgefunden, geführt von dem verrückten Mädchen, Willow. Niemand, dachte er, und schon gar nicht Ferras Vansen, würde zweimal so viel Glück haben.

Sie hatten so etwas wie einen erkennbaren Weg gefunden. Vansen trabte vor dem Prinzen her, um einen Platz auszuspähen, wo sie haltmachen und sich in diesem endlosen grauen Zwielicht ein paar Stunden Ruhe gönnen könnten. Sie mussten jetzt schon mehrere Tage geritten sein, und der Proviant in seinem Packbündel war fast aufgebraucht. Wenn sie etwas Essbares erjagen mussten, dann wollte er es hier tun, wo wenigstens noch die blassen Geister von Sonne und Mond hinter dem Nebel am Himmel spukten. Er war sich nicht sicher, ob ein Tier, das sie hier erlegen würden, normaler wäre als irgendeine Jagdbeute noch weiter jenseits der Schattengrenze, aber er war entschlossen, es wenigstens zu versuchen.

Plötzlich wieherte Vansens Pferd und stieg so plötzlich, dass es ihn fast abwarf. Zuerst glaubte er, sie würden angegriffen, aber der Wald war still. Sein Herz beruhigte sich etwas. Während er das Pferd wieder in seine Gewalt brachte, rief er dem Prinzen zu, er solle anhalten, und als er sich vorbeugte, um dem immer noch verängstigten Tier beruhigend den Hals zu tätscheln, sah er das tote Etwas am Boden.

Zuerst mischten sich Abscheu und Erschrecken mit Erleichterung, denn die Kreatur war nicht größer als ein vier- oder fünfjähriges Kind und offensichtlich nicht imstande, ihnen etwas anzutun: Der Kopf war fast gänzlich abgetrennt, und schwarzes Blut glänzte auf Brust und Bauch des Wesens und im feuchten Gras, wo es der erbarmungslose Regen verdünnte und wegspülte. Doch je länger Vansen den Kadaver musterte, desto unheimlicher wurde er ihm. Die Kreatur sah aus wie ein Affe, hatte aber abnorm lange Finger und die Haut einer Eidechse, rau und schuppig. Höcker von grauem Knochen ragten an den Gelenken und entlang der Wirbelsäule aus der Schuppenhaut, nicht als Folge von Verletzungen, sondern als Teil des Wesens, so wie die Hörner der Kuh oder die Fingernägel des Menschen. Als Vansen das tote Etwas näher inspizierte, sah er, dass das Gesicht bestürzend menschenähnlich war, so braun wie der Rest der höckerbewehrten Haut, aber glatt und lederartig. Die dunklen, weit geöffneten Augen lagen in einem Netz von Falten, und wenn er nur sie gesehen hätte, wäre er überzeugt gewesen, dass es ein altes Männlein war, doch die spitzen Fangzähne veränderten das Bild.

Vansen stupste das Etwas fest mit seinem Schwert, aber es regte sich nicht. Er lenkte sein Pferd in einigem Abstand um den Kadaver herum und verfolgte, wie Barricks Tier den gleichen Bogen schlug. Der Prinz blickte nicht einmal hinab.

Nur wenige Schritte weiter fand Vansen ein zweites und dann ein drittes Wesen derselben Art, ebenfalls tot und blutüberströmt: aufgeschlitzt von einer Klinge oder langen Krallen. Er zügelte sein Pferd und fragte sich, welche Art Bestie diese unangenehm aussehenden Kreaturen so leicht überwältigt hatte. Eins dieser grässlichen, krebsartigen Riesenungeheuer, die Collum Saddler geholt hatten ? Oder etwas noch Schlimmeres, etwas . Unvorstellbares ? Vielleicht lauerte es ja irgendwo dort im Schattendunkel des Waldes und beobachtete sie mit glimmenden Augen .

»Langsam, Hoheit«, rief er Barrick zu, aber der Junge beachtete es so wenig, als hätte er Xixisch gesprochen.

Nur wenige Schritte vor ihnen lag ein weiteres Häufchen kleiner, höckerbewehrter Kadaver mitten auf dem Pfad. Vansens Pferd blieb ängstlich schnaubend stehen. Ganz offensichtlich wollte es nicht über die Kreaturen hinwegsteigen, aber Barricks schattenländisches Pferd zeigte keine derartigen Hemmungen und trottete einfach an ihm vorbei. Knurrend saß Vansen ab, um den Weg frei zu räumen. Weil er die Kadaver nicht anfassen wollte, stieß er einen davon mit dem Schwert beiseite, doch plötzlich erwachte das Ding zum Leben. Mit einem grässlichen Pfeifen, das, wie Vansen erst mit Verzögerung bemerkte, von der Luft kam, die es durch seine tödliche Brustwunde einsog, kletterte es das Schwert hinauf und schlug Vansen die Zähne in den Arm, ehe er mehr tun konnte, als einen Schreckenslaut auszustoßen. Er hatte so oft erwogen, sein Kettenhemd abzulegen, weil es ihm in der feuchten Kälte eher als Last denn als Schutz erschienen war, aber jetzt dankte er den Göttern, dass er es anbehalten hatte. Die von Funderlingen geschmiedeten Ringe vermochten die Zähne nicht zu durchdringen, und Vansen gelang es, dem Biest so fest ins verhutzelte Gesicht zu schlagen, dass es von seinem Arm abließ. Es fiel zu Boden, rannte aber nicht weg, sondern kam wieder auf ihn zu, noch immer pfeifend wie ein geplatzter hügelländischer Dudelsack.

»Barrick !«, schrie er, weil er keine Ahnung hatte, wie viele von den übrigen Kreaturen ebenfalls noch am Leben waren und nur darauf lauerten, ihn anzufallen. »Helft mir, Hoheit !« - aber der Prinz war bereits entschwunden.

Vansen zog sich ein Stück von seinem Pferd zurück, um es nicht mit einem wilden Schwerthieb zu verletzten, und als ihm das kleine Monstrum an die Kehle springen wollte, konnte er es mit der flachen Klinge beiseite schlagen. Das schwere Schwert war nicht die beste Waffe, aber er wagte es nicht, erst noch den Dolch zu ziehen. Ehe das zischende Biest sich wieder aufrappeln konnte, stürzte er vorwärts und nagelte es mit dem Schwert an den nassen Erdboden, trieb die Klinge durch Muskeln, Innereien und knackende Knochen, bis das Heft schon fast in Reichweite der Krallenhände war, die noch ein paarmal matt durch die Luft fuhren und sich dann im Todeskrampf krümmten.

Vansen ließ sich nur einen Moment Zeit, Atem zu schöpfen und seine Klinge am nassen Gras abzuwischen, ehe er wieder in den Sattel stieg, besorgt um den Prinzen, aber auch wütend. Hatte der Junge ihn nicht rufen gehört ?

Er fand Barrick nur ein kurzes Stück weiter. Der Junge war abgesessen und starrte auf ein gutes Dutzend der höckerbewehrten Kreaturen, diesmal offenbar allesamt wirklich tot. In ihrer Mitte lagen ein totes Pferd mit herausgefetzter Kehle und eine Gestalt, bei der es sich offenbar um den ebenfalls toten Reiter handelte. Die auf dem Bauch liegende Gestalt war schwarzhaarig und von menschlicher Statur, verhüllt von einem zerrissenen dunklen Umhang und einer Rüstung aus einem eigenartigen Material, das wie blaugraues Schildpatt aussah. Vansen saß ab und schob vorsichtig die Hand zwischen Helm und Panzer des Mannes. Zu seiner Überraschung fühlte er unter seinen Fingern eine langsame, mühsame Atembewegung. Als er den Reiter umdrehte und ihm den störenden Schädelhelm abnahm, erwartete ihn der zweite Schock: Der Mann hatte kein Gesicht.

Nein, erkannte er gleich darauf, er hat eins - aber es ist kein menschliches Gesicht. Er schlug das Zeichen der Drei, während er gegen eine plötzlich aufsteigende Übelkeit ankämpfte. Da waren Augen in der bleichen Membran aus Fleisch, die sich zwischen der Kopfhaut und dem schmalen Kinn spannte, aber weil sie geschlossen waren, schienen sie auf den ersten Blick nur Fleischfalten, und außerdem klebte da überall Blut, das aus einer ziemlich tödlich aussehenden, klaffenden Wunde in der hohen Stirn stammte - wenigstens war das Blut so rot wie das eines rechtschaffenen Menschen. Aber der Rest des Gesichts war so glatt wie ein Trommelfell, ohne Nase und ohne Mund.

Die Augen des gesichtslosen Mannes öffneten sich flackernd: Augen, so rot wie das verschmierte Blut. Sie mühten sich, den Gardehauptmann und den Prinzen zu fixieren, rollten dann aber weg, und die wächsernen Lider fielen wieder zu.

Vor Angst und Abscheu zitternd, erhob sich Vansen. »Es ist einer von ihnen. Einer von den mordgierigen Zwielichtlern.«

»Er gehört meiner Herrin«, sagte Barrick ruhig. »Er trägt ihr Zeichen.«

»Was ?«

»Er ist verletzt. Kümmert Euch um ihn. Wir machen hier Rast.« Barrick saß ab und stand wartend da, als ob das, was er gesagt hatte, absolut vernünftig und sinnvoll gewesen wäre.

»Verzeiht, Hoheit, aber was denkt Ihr Euch ? Das ist einer von den Dämonen, die uns töten wollten - die Euch töten wollten. Sie haben unser Heer vernichtet und unsere Ortschaften zerstört.« Vansen steckte das Schwert weg und zog seinen Dolch aus der abgewetzten Scheide. »Nein, tretet zurück, ich werde ihm die Kehle durchschneiden. Das ist ein gnädigerer Tod, als er vielen der Unseren zuteil wurde .«

»Halt.« Prinz Barrick trat vor, als wollte er die Kreatur mit seinem eigenen Leib schützen. Ferras Vansen konnte ihn nur verblüfft anstarren. Barricks Blick war ruhig und wach - überhaupt schien er wieder mehr er selbst als in irgendeinem anderen Augenblick, seit sie die Schattengrenze überquert hatten -, aber er verhielt sich immer noch wie ein Irrer.

»Hoheit, bitte, ich flehe Euch an, geht aus dem Weg. Dieses Monstrum ist einer der Mörder unserer Leute. Ich habe es mit eigenen Augen unter Aldritchmannen und Kertewallern wüten sehen wie einen Hund unter Ratten. Ich kann es nicht am Leben lassen.« »Ihr müsst ihn am Leben lassen«, erklärte Barrick. »Er ist in einer wichtigen Mission unterwegs.«

»Was ? Welcher Mission ?«

»Ich weiß es nicht. Aber ich erkenne die Zeichen an ihm, und ich höre ihre Stimmen in meinem Kopf. Wenn wir ihm nicht helfen, werden noch mehr von . noch mehr Sterbliche ihr Leben lassen.« Es war seltsam, dieses kurze Stocken des Prinzregenten, als ob er für einen Moment vergessen hätte, auf welcher Seite er stand.

»Aber woher wollt Ihr das wissen ? Und wer ist diese > Herrin <, von der Ihr sprecht ? Doch gewiss nicht Eure Schwester. Prinzessin Briony würde nichts dergleichen wollen.«

Barrick schüttelte den Kopf. »Nicht meine Schwester, nein. Die Fürstin, die mich gefunden hat und über mich gebietet. Sie ist eine der Höchsten. Sie hat mich gesehen und . erkannt. Jetzt helft ihm bitte.« Für einen Moment wurde der Blick des Prinzen noch klarer, aber es trat auch etwas Hartes in seine Augen, ein Ausdruck von Schmerz, wie Eis, das sich auf einem seichten Tümpel bildet. »Ich . ich weiß nicht, was man tun muss. Wie man es tun muss. Ihr müsst ihm helfen.« [...]

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